Verhütung
Trotz aller Auswahl: es gibt kein Verhütungsmittel, das für alle gleich gut passen würde. Die Ansprüche, Lebensumstände und Prioritäten der Person und jeden Paares sind immer unterschiedlich.
Bei Ihrer Suche nach der für Sie am besten passenden Verhütungsmethode können unsere Info-Texte Ihnen hilfreich sein. In unseren Beratungsstellen können Sie auch das Angebot von Verhütungsberatung wahrnehmen.
Die einzelnen Verhütungsmethoden im Porträt:
chemische Verhütungsmittel
Chemische Verhütungsmittel gibt es in Form von Zäpfchen (Ovula), Tabletten, Verhütungsgels oder -cremes. Alle enthalten Stoffe (Spermizide genannt), die die Samenzellen abtöten oder zumindest deren Fortbewegungsmöglichkeit hemmen. Chemische Verhütungsmittel werden vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina eingeführt (bei Zäpfchen und Tabletten dauert es mindestens 10 Minuten, bis sie durch die Körperwärme geschmolzen und voll wirksam sind). Die samenabtötenden Wirkstoffe reichen nur für einen Samenerguss aus.
Vorteile
Einfach anzuwenden, leicht erhältlich. Braucht nur bei Bedarf angewendet zu werden.
Nachteile
In der Scheide oder am Glied können unangenehme Empfindungen (Wärmegefühl, Brennen) auftreten (möglicherweise vertragen Sie ein anderes Präparat besser).
Die "Wartezeit" von 10 Minuten und die Notwendigkeit wiederholter Anwendung kann als lästig empfunden werden. Die chemischen Wirkstoffe werden teilweise durch die Scheidenhaut in den Körper aufgenommen. Eine dauerhaft schädigende Wirkung für den Körper ist bisher nicht festgestellt worden. Eine lokale Schädigung der Scheidenschleimhäute oder eine Scheidenentzündung ist jedoch möglich und muss dann ärztlich behandelt werden.
Zuverlässigkeit
Die alleinige Anwendung chemischer Verhütungsmittel ist sehr unsicher und deshalb nicht zu empfehlen. Sie sollten immer nur mit einem Diaphragma kombiniert werden. Die gleichzeitige Anwendung von chemischen Verhütungsmitteln und Kondomen wird nicht empfohlen.
Zugänglichkeit
Chemische Mittel sind ohne ärztliches Rezept in Apotheken und Drogerien zu kaufen.
Kosten
Je nach Art des Mittels, Packungsgröße und Anwendungszeitraum unterschiedlicher Preis (ca. Euro 3,- bis 15,-).
Verhütungsgels und -cremes
Verhütungsgels und Cremes sollten immer zusammen mit einer Barrieremethode (Diaphragma oder Verhütungskappe) benutzt werden. Im Gegensatz zu den meisten Schaumzäpfchen greifen sie Latex nicht an. Verhütungsgels gibt es in verschiedenen Zusammensetzungen:
Produkte auf Milchsäure- oder Zitronensäurebasis
vermindern die Spermienbeweglichkeit (Zitronensäure) oder machen die Spermien unbeweglich (Milchsäure). Nonoxinol haltige Präparate greifen die Spermienköpfe an und machen sie damit befruchtungsunfähig (spermizid). Ein weiteres Produkt enthält den Wirkstoff Benzalkoniumchlorid. Der Stoff wirkt spermizid und wird in anderen Anwendungsgebieten als Konservierungsstoff verwendet. Über Nebenwirkungen und gesundheitliche Risiken liegen uns derzeit keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor.
Durch eine Studie wurde belegt, dass die Verhütungssicherheit des Diaphragmas mit spermizidfreiem Gel im Vergleich zu nonoxinolhaltigem Gel gleich hoch ist. Daher kann diese Anwendung ohne Bedenken empfohlen werden
Produkte auf Milchsäure- beziehungsweise Zitronensäurebasis
sind nebenwirkungsärmer als Nonoxynol haltige Präparate. Sie können sich bei Frauen mit häufigen Pilzinfektionen positiv auswirken.
Bei Nonoxinol haltigen Produkten (selten bei den anderen Produkten) verspüren einige Frauen nach dem Einführen des Mittels ein Wärmegefühl und/oder ein unangenehmes Brennen, ausgelöst durch eine Schleimhautreizung. Manche Frauen berichten bei häufiger Anwendung über eine erhöhte Reizbarkeit und Verletzungsanfälligkeit der Scheidenschleimhaut. Die eingesetzten Chemikalien können auch allergische Reaktionen auslösen. Das gilt für Frauen und Männer.
Verhütungsgels schützen nicht wirksam vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Laut einer Studie der Vereinten Nationen (UN) infizieren sich Frauen, die chemische Verhütungsmittel mit dem Wirkstoff Nonoxinol-9 benutzen, deutlich häufiger mit HIV.
Die Produkte
Das milchsäurehaltige Gel kann problemlos im Internet bestellt werden. Es gibt mehrere Anbieter. Manchmal sind auch Apotheken auf den Verkauf von Diaphragmen und Gels spezialisiert. Die Produktion von spermizidem Gel mit dem Wirkstoff Nonoxiinol-9 wurde in Deutschland eingestellt. Über das Internet ist der Bezug jedoch noch möglich.
Verhütungsgels auf Milchsäurebasis / nicht apothekenpflichtig
Contragel grün®
Caya Gel®
Spermizides Gel mit dem Wirkstoff Benzalkoniumchlorid /rezeptpflichtig
Pharmatex Gel ®
Spermizides Gel mit dem Wirkstoff Nonoxinol-9, 2% / rezeptpflichtig
Gynol II ®
Kosten
Die Präparate kosten zwischen 10,50 und 12,50 € pro 100g, Produkte mit Benzalkoniumchlorid und Gynol II über 30 € pro 100g.
Depot-Spritze
Die Depot-Spritze ist ein Langzeitverhütungsmittel. Es enthält das Hormon Gestagen in hoher Dosis und hemmt den Eisprung über einen Zeitraum von etwa 8 bis 12 Wochen. In Deutschland sind zur Zeit drei Präparate im Handel.
Da die Depotspritze deutlich stärker als die Pille in den Hormonhaushalt eingreift, darf sie laut Bundesgesundheitsamt nur in Ausnahmefällen von der Ärztin oder dem Arzt verschrieben werden, wenn die Pille nicht vertragen wird.
Vorteile
Diese Methode muss nur wenige Male im Jahr angewendet werden. Einnahmefehler sind ausgeschlossen. Die Sicherheit ist sehr hoch.
Nachteile
Im Vergleich mit anderen rein gestagenhaltigen Methoden (Hormonstäbchen oder Minipille) ist die Menge an Hormon bei der Depot-Spritze deutlich höher.
Die Depot-Spritze kann zu Gewichtszunahme, Stimmungsveränderungen und Lustlosigkeit führen. Die Hormone können sich negativ auf die Knochendichte auswirken. Meistens werden die Monatsblutungen unregelmäßig. Bei manchen Frauen bleibt die monatliche Blutung ganz aus. Es können Schmierblutungen, selten auch starke Dauerblutungen auftreten, die eine Ausschabung nötig machen. Die Nebenwirkungen dauern so lange an wie die Wirkung der Spritze.
Nach dem Absetzen des Mittels kann es Monate (bis Jahre) dauern, bis sich der Zyklus wieder einstellt. Bei einigen Krankheiten (z.B. Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Gelbsucht, Venenentzündungen) darf die Spritze nicht angewandt werden.
Zuverlässigkeit
Da es keine Einnahmefehler gibt, ist die Verhütungssicherheit der Depot-Spritze sehr hoch.
Zugänglichkeit
Die Depot-Spritze darf nur von der Ärztin oder vom Arzt verabreicht werden.
Kosten
Die Depot-Spritze kostet rund 31 bis 35,- € pro Spritze. Manche Ärzte und Ärztinnen nehmen für die Verabreichung der Spritze zusätzliche Gebühren, bis zu 15 € pro Injektion.
Die Kosten für die Beratung über die Methoden der Verhütung übernimmt Ihre Krankenkasse, wenn Sie gesetzlichen versichert sind.
Ergänzend werden die Kosten für ärztlich verordnete Verhütungsmittel (Pille, Spirale, Pille danach) bis zum vollendeten 22. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen.
Diaphragma
Das Diaphragma ist ein Mittel der Empfängnisverhütung für die Frau, das ohne Hormone auskommt. Es muss bei jedem Verkehr angewandt werden. Möglich ist auch eine Anwendung nur in der fruchtbaren Zeit, die Sie mit Hilfe der Fruchtbarkeitswahrnehmung ermitteln.
Erhältlich sind derzeit (Juni 2020) auf dem deutschen Markt zwei Produkte: ein Produkt in Einheitsgröße (Caya®) und konturierter Form und ein traditionell rundes Diaphragma in sieben verschiedenen Größen von 60-90 mm Durchmesser (Singa®).
Richtiger Sitz entscheidend
Das Diaphragma sollte von einer erfahrenen Fachkraft angepasst werden, dabei wird die jeweils richtige Größe ermittelt.
Zwar kann das Produkt in Einheitsgröße nicht angepasst werden, aber trotzdem sollte der richtige Sitzu durch eine Fachkraft überprüft werden, vor allen Dingen dann, wenn Sie vorher noch kein Diaphragma verwendet haben.
Nach Geburten, Fehlgeburten oder ab einer Gewichtsveränderung von 5 kg sollte die Größe und der richtige Sitz überprüft werden.
In den ersten 6 Wochen nach einer Entbindung sollte das Diaphragma nicht verwendet werden. Auch nicht dann, wenn die Frau zu häufigen Blaseninfektionen neigt.
Anwendung
Das Diaphragma muss gemeinsam mit einem Verhütungsgel benutzt werden. Nach Auftragen des Gels auf das Diaphragma, wird es vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina eingeführt. Dort wirkt es wie eine Barriere.
Der Penis des Mannes hat so keinen direkten Kontakt mit dem Muttermund und die Samen können nicht aufsteigen, um eine Eizelle zu befruchten.
Das Diaphragma kann bis zu zwei Stunden, aber auch eine Minute vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden. Vor wiederholtem Verkehr muss nochmals eine zusätzliche Portion Gel mit einem Applikator in die Vagina eingeführt werden. Nach dem (letzten) Verkehr muss das Diaphragma noch mindestens 8 Stunden in der Vagina bleiben. Richtig angepasst und eingesetzt, spürt es weder die Frau noch ihr Partner.
Die Haltbarkeit des Diaphragmas wird mit ein bis zwei Jahren angegeben, abhängig von der Häufigkeit der Benutzung und der Pflege. Häufiges Auskochen verkürzt die Haltbarkeit.
Vorteile
Das Diaphragma ist einfach anzuwenden, sobald Sie sich damit auskennen und etwas geübt haben. Es braucht nur bei Bedarf angewendet zu werden, der Zyklus der Frau bleibt erhalten und es kommen keine Hormone zum Einsatz.
Nachteile
Es dauert ein wenig, bis Sie das Einsetzen des Diaphragmas gelernt haben. Manche Frauen und Männer empfinden das Einsetzen als Störung ihres Liebesspiels, das Diaphragma kann allerdings bis zu zwei Stunden früher eingesetzt werden. Durch das Gel können unangenehme Empfindungen (Wärmegefühl, Brennen) auftreten. Möglicherweise vertragen Sie ein anderes Präparat besser. Selten kommt es zu Reizungen der Harnröhre oder zu allergischen Reaktionen.
Zuverlässigkeit
Bei richtiger Anwendung (einschließlich des Gebrauchs eines Verhütungsgels) und Anpassung ist das Diaphragma eine zuverlässige Verhütungsmethode. Die sehr unterschiedlichen Angaben für die Verhütungssicherheit (siehe Pearl-Index) kommen zustande, da das Diaphragma sehr unterschiedlich angewandt und große Qualitätsunterschiede bei Anpassung und Beratung bestehen.
Zugänglichkeit
Bei allen Diaphragmen sollte der korrekte Sitz überprüft werden. Es ist nicht vorgeschrieben, dass diese Fachkraft Arzt oder Ärztin ist. Besonders erfahren in der Anpassung sind die pro familia Beratungsstellen in Ihrer Nähe sowie Frauengesundheitszentren.
Sie erhalten das konturierte Diaphragma bei Online-Versandhäusern (z.B. http://medintim-shop.de, oder www.famplan.de).
Das Diaphragem in verschiedenen Größen ist nur über die Apotheke erhätlich
Kosten
Das Diaphragma in Einheitsgröße kostet zwischen 31 und 38 €, das Diaphragma in verschiedenen Größen kostet zwischen 50 und 70 €. Hinzu kommen mögliche Kosten für Versand, Anpassung, Kontrolluntersuchung und das Verhütungsgel.
Fruchtbarkeitswahrnehmung ("Natürliche Familienplanung")
Bestimmen von fruchtbaren und unfruchtbaren Tagen
Zyklen reagieren auf das Leben und sind deshalb immer wieder unterschiedlich lang. Wenn fruchtbare und unfruchtbare Tage durch Rechnen und Zählen bestimmt werden, ist das sehr unsicher. Egal ob dafür Kalender, Perlenkette oder App verwendet werden.
Möglichkeiten Fruchtbarkeit wahrzunehmen:
Die Temperatur-Methode
Nach dem Aufwachen zuerst die Temperatur messen und den Wert in ein Kurvenblatt eintragen oder speichern. Auf mögliche Störungen wie Krankheit, unterschiedliche Uhrzeit achten. Um den Eisprung steigt die Temperatur an und die unfruchtbare Zeit beginnt am dritten Tag.
Die Schleim-Methode (Mucus, Billings)
Im Schleim aus dem Gebärmutterhals können Spermien überleben. Wer am Eingang der Vagina Feuchtigkeit spürt oder Schleim sieht, muss Fruchtbarkeit annehmen bis der Schleim für drei Tage weg ist. Notieren. Mögliche Störungen sind z.B. Blut, Erregung, Krankheit.
Muttermund
Mit einem sauberen Finger in der Vagina tasten und notieren. In der fruchtbaren Zeit ist der Muttermund weicher, geöffnet, höher.
Mit Spekulum, Spiegel und Lampe sind Muttermundöffnung und Schleim auch einsehbar.
Symptothermale Methode
Körperzeichen werden kombiniert und in doppelter Kontrolle ausgewertet. Damit können mehr Frauen sehr sicher unfruchtbare Tage bestimmen. (Pearl Index 0, 4)
Vorteile
ohne gesundheitliche Nebenwirkungen
sehr sicher, wenn die Regeln richtig angewendet werden (vergleichbar mit der Pille).
geringe Kosten
gute Körperwahrnehmung und Wissen um Fruchtbarkeit
gemeinsame Verantwortung
Damit kann eine Schwangerschaft verhütet oder angestrebt werden.
Nachteile
Muss gelernt werden (drei bis vier Zyklen Lernen und Erproben).
Wer nicht schwanger werden will, darf in den fruchtbaren Tagen kein Vorejakulat und Samen in die Vagina bringen. Das sind bei 24 bis 32 Tage langen Zyklen meist 10 bis 18 Tage.
Wer in der fruchtbaren Zeit Kondom oder Diaphragma benutzt, hat nur deren Sicherheit (Pearl Index 2 – 5)
Schützt nicht vor sexuell übertragbaren Erkrankungen
Bei Stress, Erkrankungen, in der Stillzeit und den Wechseljahren können Eisprünge seltener sein und sicher unfruchtbare Zeiten werden weniger.
Es kommen immer wieder Hilfsmittel für die Beobachtung und Auswertung auf den Markt.
Kosten
Einmalig ca 40 € für Literatur, Thermometer 4 €, Digitalthermometer 8 bis 20 €, Beratungskosten regional unterschiedlich, Temperatur-und Hormoncomputer variieren je nach Modell erheblich
Hormonimplantat (Hormonstäbchen)
Das Implantat ist ein weiches, biegsames Kunststoff-Stäbchen, das am Oberarm unter die Haut geschoben wird. Es ist 4 cm lang und 2 mm dick. Aus dem Stäbchen wird permanent das Gestagen Etonogestrel freigesetzt. Dieser Wirkstoff ist auch in einigen Verhütungspillen enthalten.
Das Gestagen aus dem Stäbchen gelangt ins Blut. Als Hauptwirkung verhindert es den monatlichen Eisprung, außerdem verdickt es den Schleim im Gebärmutterhals.
Die Wirkung hält für drei Jahre an.
Zum Einsetzen schiebt der Arzt oder die Ärztin nach einer örtlichen Betäubung das Stäbchen mit einer speziellen Kanüle direkt unter die Haut, an der Innenseite des Oberarms. Das tut meist nur wenig weh. Das Stäbchen soll unter der Haut
gut zu tasten sein. Danach wird für 24 – 48 Stunden ein Druckverband angelegt, damit sich kein Bluterguss bildet.
Spätestens nach drei Jahren muss das Stäbchen entfernt oder gewechselt werden. Nach örtlicher Betäubung wird das Implantat ertastet und durch einen kleinen Schnitt von 2 – 3 mm herausgezogen. Das dauert meistens nur wenige Minuten, gelingt aber nicht immer gleich. Manchmal lässt sich das Implantat nur schwer entfernen oder es muss mit Ultraschall oder einer Magnet-Resonanz-Tomografie
(MRT) gesucht werden. Manchmal sind für das Entfernen eine Vollnarkose und ein größerer Hautschnitt notwendig.
Es gibt Frauen, bei denen das Stäbchen gar nicht mehr aufzufinden war.
Vorteile
Das Hormonstäbchen kann von Frauen angewendet werden, die das Hormon Östrogen nicht vertragen oder wegen erheblicher gesundheitlicher Risken nicht nehmen dürfen. Einnahmefehler wie bei der Pille sind ausgeschlossen. Dabei gehört das Stäbchen zu den sichersten Verhütungsmethoden (siehe Zuverlässigkeit). Im Vergleich zur Depot-Spritze kommt es nach dem Absetzen zu einer schnelleren Wiederherstellung der Fruchtbarkeit.
Nachteile
Das Hormonstäbchen gehört zu den teuersten Verhütungsmitteln. Die Monatsblutung wird oft unregelmäßig. Sie verspätet sich oder bleibt ganz aus. Es können leichte oder häufige Zwischenblutungen auftreten, die medizinisch jedoch unbedenklich sind. Manche Frauen klagen über Brustspannen, Kopfschmerzen, Stimmungsveränderungen oder sexuelle Unlust.
Zuverlässigkeit
Das Verhütungsstäbchen gehört zu den sichersten Verhütungsmethoden (siehe Pearl-Index). Voraussetzung für die Zuverlässigkeit ist die ausreichende Erfahrung der ÄrztInnen, die das Stäbchen einsetzen. In einigen Ländern, auch in Deutschland, gab es Berichte, dass es zu ungewollten Schwangerschaften kam, da das Hormonstäbchen nicht richtig eingesetzt war.
Die australische Gesellschaft der Allgemeinärzte rät allen Frauen, die korrekte Position ein paar Tage nach der Einlage zu überprüfen, indem sie das Stäbchen unter der Haut tasten.
Einige Medikamente wie z. B. Breitbandantibiotika, Johanniskraut , einige Antiepilektika und Psychopharmaka setzen die Verhütungswirkung des Verhütungsstäbchens herab. Wenn Sie Medikamente nehmen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darüber, dass Sie mit dem Hormonimplantat verhüten.
Zugänglichkeit
Das Hormonimplantat ist ein Medikament und muss nach gründlicher Untersuchung von einer Ärztin oder einem Arzt verschrieben, eingesetzt und entfernt werden.
Kosten
Nach der Gebührenordnung für ÄrztInnen soll das Hormonstäbchen bei gesetzlich krankenversicherten Frauen bis zum vollendeten 22. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen werden. Aus verschiedenen Gründen findet jedoch nur extrem selten eine Kostenübernahme statt. Erkundigen Sie sich daher vor der Einlage bei Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin.
Das Hormonstäbchen kostet inklusive Einlage 300 bis 350 €. Für die Entfernung werden bis zu 50 € berechnet.
Sozialhilfeempfängerinnen und Bezieherinnen von Arbeitslosengeld II müssen alle Kosten der Verhütung selbst tragen. In einigen Gemeinden und Städten bestehen jedoch Ausnahmeregelungen. Es lohnt sich also vor Ort zu klären, ob nicht doch eine Kostenübernahme möglich ist.
Kondom
Das Kondom ist ein hauchdünner Gummischutz, der vor dem Geschlechtsverkehr über den steifen Penis gezogen wird. Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel für Männer. Es verhindert Schwangerschaften und bietet Schutz vor vielen sexuell übertragbaren Krankheiten.
Der Samenerguss wird aufgefangen und gelangt nicht in die Scheide. Nach dem Orgasmus muss der Penis aus der Vagina gezogen werden, bevor die Erektion nachlässt. Damit das Kondom nicht abrutscht und keine Samenflüssigkeit austritt, muss es beim Herausziehen am Penisansatz festgehalten werden. Jedes Kondom kann nur einmal benutzt werden.
Vorteile
Einfach anzuwenden, leicht erhältlich. Mann/Frau kann es immer dabei haben. Keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Braucht nur bei Bedarf angewendet zu werden.
Das Kondom bietet auch Schutz vor Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten. Es ist derzeit der einzige Schutz gegen die Ansteckung mit Aids. Es schützt ebenso vor einer genitalen Ansteckung durch Tripper, Syphilis und andere sexuell übertragbare Krankheiten.
Nachteile
Manche Männer, aber auch Frauen, beklagen, das Kondom lindere die Empfindungsstärke oder störe beim Liebesspiel.
Zuverlässigkeit
Richtige Anwendung und gute Qualität sind entscheidend für die hohe Zuverlässigkeit des Kondoms.
Deshalb sollte beim Kauf des Kondoms auf die Genehmigungsnummer oder die Kennzeichnung "CE" mit einer Prüfstellennummer und auf das Haltbarkeitsdatum geachtet werden. Wichtig ist außerdem, dass das Kondom ein Reservoir an der Spitze hat, um die Samenflüssigkeit aufzufangen.
Die gleichzeitige Anwendung von Kondomen und chemischen Verhütungsmitteln (Vaginalzäpfchen, Tabletten, Gel) wird nicht empfohlen, da sich nach aktuellen Erkenntnissen die Verhütungssicherheit dadurch nicht erhöht. Bei der gleichzeitigen Anwendung von Gleitmitteln sollten nur öl- und fettfreie, d.h. in der Regel wasserlösliche Präparate angewendet werden, die für diesen Zweck vorgesehen sind. Öl- und fetthaltige Cremes - wie z.B. Vaseline - können das Gummi angreifen. Salben zur Behandlung von Infektionen der Vagina können ebenfalls auch auf Öl- und Fettbasis hergestellt und deshalb ungeeignet für den gleichzeitigen Gebrauch mit Kondomen sein. Hinweise hierzu finden sich im Beipackzettel.
Zugänglichkeit
Kondome werden in Automaten, in Sex-Shops, Drogerien, Apotheken und im Versandhandel zum Kauf angeboten. In einigen Supermärkten liegen sie an der Kasse aus.
Kondome aus Automaten können spröde und brüchig geworden sein, wenn sie dort schon lange gelagert wurden.
Kosten
ca. 0,50 € bis 0,60 € für 1 Kondom (= 1 Verkehr) bei einer Packung von 8 bis 12 Stück. Bei Kleinpackungen (2 oder 3 Stück) höherer, bei Großpackungen niedrigerer Preis für das einzelne Kondom.
Latexfreie Kondome kosten ab 1,20 € pro Stück.
Kupferkette
Die Kupferkette wird von einer Ärztin oder einem Arzt in die Gebärmutter der Frau eingelegt. Sie besteht aus vier oder sechs kleinen Kupferzylindern, die wie bei einer Perlenkette auf einen Nylonfaden aufgezogen sind. Es gibt sie in zwei Größen, die zwei bzw. drei Zentimeter lang sind. Der Nylonfaden wird mit einem Knoten etwa ein Zentimeter tief in der Muskulatur der Gebärmutterwand verankert. Je nach Größe der Gebärmutter wird die kleinere oder die größere Kupferkette eingelegt. Die Liegedauer beträgt laut Hersteller je nach Produkt bis zu 5 bzw. 10 Jahre.
Die Wirkungsweise der Kupferkette entspricht der der Kupferspirale.
Vorteile
Langfristige Verhütungsmethode (bis 5 bzw. 10 Jahre). Kein Eingriff in den Hormonhaushalt bei (relativ) hoher Verhütungssicherheit.
In den internationalen Vergleichsstudien treten Nebenwirkungen genau so häufig oder selten auf wie mit normalen Spiralen. Bei beiden Methoden kann es zur Ausstoßung kommen. Auch für Frauen, die keine Kinder geboren haben, sind Vorteile gegenüber normalen Spiralen nicht eindeutig bewiesen. Im Einzelfall kann es jedoch sein, dass die Frau die Kupferkette besser verträgt. Frauen, bei denen eine Spirale in der Vergangenheit verrutscht ist oder Frauen mit gutartigen Geschwülsten in der Gebärmutter (Myome) können von der Kette profitieren.
Nachteile
Mögliche Nebenwirkungen aller Kupferspiralen/ketten sind verstärkte Periodenblutungen, Menstruationsschmerzen und ein leicht erhöhtes Entzündungsrisiko.
Zuverlässigkeit
Die Sicherheit der Kupferkette ist vergleichbar mit der der klassischen Kupferspirale.
Zugänglichkeit
Die Einlage der Kupferkette erfordert ein besonderes Training. Nicht alle FrauenärztInnen legen die Kupferkette. Adressen von ÄrztInnen in Ihrer Nähe finden Sie hier: www.verhueten-gynefix.de
Kosten
Für die Kupferkette ist inklusive Einlage mit Kosten von circa 200 bis 330 € zu rechnen.
Pearl-Index
Der Pearl-Index (benannt nach dem amerikanischen Wissenschaftler Raymond Pearl) ist das Beurteilungsmaß für die Sicherheit von Verhütungsmitteln: je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer die Verhütungsmethode. Wenden 100 Frauen ein Jahr lang das gleiche Verhütungsmittel an und treten in diesem Zeitraum drei Schwangerschaften auf, so beträgt der Pearl-Index 3. Ein Pearl Index von 0,1 besagt, dass eine von 1000 Frauen, die ein Jahr lang das gleiche Verhütungsmittel anwenden, schwanger wird.
Dabei sind die Angaben in der Literatur unterschiedlich. Herstellerstudien geben oftmals den Pearl-Index an, der sich auf die Verhütungssicherheit ohne Anwendungsfehler bezieht. Andere Angaben hingegen beziehen die Anwendungsfehler teilweise mit ein. Die Angaben zum Pearl-Index können daher nur einen Anhaltspunkt ohne Anspruch auf allgemeine Gültigkeit geben.
Pearl-Index der einzelnen Verhütungsmethoden
Hormonspirale: 0,16
Pille: 0,1 – 0,9
Depotspritze: 0,3 – 0,88
Mini-Pille: 0,5 – 3
Vaginalring: 0,4 – 0,65
Verhütungspflaster: 0,72 – 0,9
Kupferspirale: 0,3 – 0,8
Hormonimplantat: 0 – 0,08 / siehe Kommentar 1
Symptothermale Methode (nur wenn kombiniert mit Verzicht auf Geschlechtsverkehr an den fruchtbaren Tagen): 0,4 – 1,8
Diaphragma: 1 – 20 / siehe Kommentar 2
Kondom: 2 – 12
Portiokappe: 6 / siehe Kommentar 2, 3
Kondom für die Frau: 5 – 25
Chemische Verhütungsmittel: 3 – 21
Koitus interruptus: 4 – 18
Keine Verhütung: 85
Sterilisation der Frau: 0,2 – 0,3
Sterilisation des Mannes: 0,1
Kalendermethode: 9
Quelle der Zahlenangaben:
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe Juli 2004, pro familia
Life-Table-Analyse vs. Pearl-Index
Ein weiteres statistisches Verfahren, um die Sicherheit von Verhütungsmitteln anzugeben, ist die Life-Table-Analyse. Diese berechnet die Wahrscheinlichkeit, nicht schwanger zu werden über eine bestimmte Zeitspanne, typischerweise für jeden Monat oder Zyklus. Diese monatlichen Werte werden dann zu einer Gesamtwahrscheinlichkeit zusammengefasst.
Diese Methode berücksichtigt so, dass im Verlauf von Studien Personen ausscheiden können, z.B. wegen Schwangerschaft, Krankheit oder Nebenwirkungen.
Der Pearl-Index hingegen teilt einfach alle Schwangerschaften durch die Anzahl aller ursprünglichen Teilnehmerinnen, auch wenn viele die Studie längst verlassen haben. Er gibt einen starren Durchschnittswert an, wohingegen die Life-Table-Analyse eine Risikokurve berechnet.
Die Life-Table-Analyse ist jedoch für Laien nicht so intuitiv verständlich wie der Pearl Index.
Pille und Mini-Pille
Die Pille ist ein hormonelles Verhütungsmittel in Tablettenform. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Zusammensetzungen. In Deutschland sind über 50 verschiedene Pillenpräparate auf dem Markt.
Die Hormone in der Pille haben unterschiedliche Wirkungen im Körper, die im Zusammenwirken eine Schwangerschaft sicher verhindern:
- In den Eierstöcken reift keine Eizelle heran, und es findet kein Eisprung statt.
- Der Schleim im Gebärmutterhals wird dick und zäh, so dass keine Samenzellen in die Gebärmutter gelangen können.
- Die Gebärmutterschleimhaut baut sich deutlich weniger auf, so dass sich dort selbst im unwahrscheinlichen Fall einer Befruchtung keine Eizelle einnisten könnte.
Welche Pillensorten gibt es?
In Deutschland gibt es über 50 verschiedene Pillenpräparate. Es kann sein, dass Sie mehrere Präparate ausprobieren müssen, bis Sie eines gefunden haben, das für Sie geeignet ist.
Die meisten Pillenpräparate enthalten Östrogene und Gestagene, daher nennt man sie auch Kombinationspräparate.
Es gibt Kombinationspräparate, bei denen alle Tabletten die gleiche Dosierung enthalten. Sie heißen Ein-Phasen-Präparate. Man kann sie daran erkennen, dass alle Pillen (fast immer 21 Pillen, selten 22) die gleiche Farbe haben.
Es gibt jedoch auch Pillen, die 21 oder 24 Pillen gleicher Farbe und 7 bzw. 4 Pillen mit anderer Farbe enthalten. Die andersfarbigen Pillen sind sogenannte Placebos, sie enthalten keinen Wirkstoff und sollen nur das Einhalten der Pause erleichtern.
Außerdem gibt es 2- und 3-Stufen-Präparate, bei denen die Pillen unterschiedliche Mengen an Östrogenen und Gestagenen enthalten. Die Pillen haben dann unterschiedliche Farben. Auch hier gibt es Präparate mit Placebos für die Pause.
Wie sicher ist die Pille?
Die Pille ist eine sehr zuverlässige Verhütungsmethode, allerdings nur, wenn sie immer regelmäßig und nach Vorschrift eingenommen wird. Von 1000 Frauen, die ein Jahr lang die Pille ohne Fehler einnehmen, wird nur eine einzige Frau schwanger.
Verschiedene Einnahmefehler, wie vergessene Pillen, Durchfall, Erbrechen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten können die Pille weniger sicher machen.
Die verschiedenen Kombinationspräparate unterscheiden sich nicht in ihrer Sicherheit, sie sind alle gleich zuverlässig.
Wie soll ich die Pille nehmen?
Die Packungen enthalten einen oder mehrere „Blister“: das sind Karten, die die Pillen für einen Zyklus enthalten. Bei den meisten Präparaten sind es 21 Pillen, manchmal auch 22 oder 28 Pillen.
Sie nehmen jeden Tag eine Pille etwa zur gleichen Tageszeit, bis alle Pillen aus einem Blister aufgebraucht sind. Dann machen Sie eine Pause. Wenn Ihr Präparat 21 Pillen enthält, machen Sie sieben Tage Pause, bei 22 Pillen machen Sie sechs Tage Pause. Danach fangen Sie an, die Pillen aus dem nächsten Blister zu nehmen. Auch in der Pause besteht der Verhütungsschutz weiter. Wenn Ihr Präparat 28 Pillen enthält, beginnen Sie ohne Pause mit dem nächsten Blister.
Die meisten Frauen bekommen während der Einnahmepause eine Blutung. Meist ist sie schwächer und kürzer als die Regelblutung. Es ist aber egal, ob und wann die Blutung kommt. Sie müssen auf jeden Fall am 7. beziehungsweise 8. Tag wieder mit der Pilleneinnahme anfangen. Sie richten sich mit der Pilleneinnahme nicht nach der Blutung.
Zu welcher Tageszeit Sie die Pille nehmen, ist grundsätzlich egal.
Welche Nebenwirkungen hat die Pille?
Die meisten Frauen vertragen niedrig dosierte Pillen ohne Probleme. Manchmal kann es aber - besonders in den ersten drei Monaten - zu Nebenwirkungen kommen, denn die Hormone greifen in den Zyklus der Frau ein. Wenn diese sehr unangenehm sind und länger anhalten, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach einer Alternative fragen.
Unter der Pilleneinnahme kann sich Ihre Blutung verändern: Sie können Zwischenblutungen haben oder die Blutung bleibt ganz aus. In der Regel wird die Blutung kürzer und deutlich schwächer.
Manchmal können Übelkeit und Schwindel auftreten. Manche Frauen bekommen auch Brustspannen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder depressive Verstimmungen. Auch Veränderungen – meist Abnahme – der sexuellen Lust sind möglich.
Viele Frauen befürchten, dass sie von der Pille dick werden. Tatsächlich nehmen nur wenige Frauen zu, wenn sie die Pille nehmen. Meist sind es nur zu Anfang zwei bis fünf Kilo, das geht häufig nach der Eingewöhnungszeit wieder weg. Bei den meisten Frauen ändert sich das Gewicht nur leicht oder gar nicht. Spezielle „Schlankheitspillen“ gibt es nicht.
Pille und Thrombose
Eine seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung von kombinierten Pillen besteht in der Einwicklung einer Thrombose. Thrombosen sind Blutgerinnsel, meist in den tiefen Beinvenen, die zu lebensgefährlichen Lungenembolien führen können. Thrombosen sind allerdings insgesamt seltene Ereignisse.
In den meisten Fällen tritt eine Thrombose unter der Pille in den ersten sechs bis höchstens 12 Monaten der Pilleneinnahme auf, am häufigsten gleich zu Anfang der Einnahme (in den ersten drei Monaten). Wenn man die Pille längere Zeit nimmt, ist das Thromboserisiko kaum noch höher als vor der Pille. Deshalb besteht auch kein Grund, die Pille zu wechseln, wenn eine Frau sie schon lange nimmt und gut verträgt.
Das Thromboserisiko verschiedener Pillen ist je nach dem enthaltenen Gestagen etwas unterschiedlich.
Bei der Erstverordnung der Pille empfiehlt das Bundesinstitut für Arzneimittel, bevorzugt Pillen mit dem niedrigsten Risiko für Thrombosen zu verordnen, falls nicht bestimmte Gründe für die Verordnung einer anderen Pille sprechen.
Thromboserisko
Pillen mit den Gestagenen Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat Etwa 5-7 von 10.000 Frauen
Pillen mit den Gestagenen Etonogestrel oder Norelgestromin Etwa 6-12 von 10.000 Frauen
Pillen mit den Gestagenen Desogestrel, Gestoden oder Drospirenon Etwa 9-12 von 10.000 Frauen
Pillen mit dem Gestagen Dienogest Etwa 8-11 von 10.000 Frauen
Pillen mit den Gestagenen Chlormadinon oder Nomegestrol Noch nicht bekannt.
Junge Frauen ohne Pille, nicht schwanger Etwa 2 von 10.000 Frauen
In der Schwangerschaft Etwa 10-30 von 10.000 Frauen
Auch arterielle Thrombosen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle sind unter der Pille etwas häufiger, Unterschiede zwischen verschiedenen Pillen sind nicht zu erkennen. Allerdings sind Herzinfarkte und Schlaganfälle bei jungen, nicht rauchenden Frauen unter 35 extrem selten.
Wenn Frauen bei der Pilleneinnahme zum ersten Mal oder stärker als vorher Migräne bekommen, kann das ein Anzeichen für ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko sein. Dann sollten sie die Pille absetzen.
Frauen, die rauchen, Übergewicht haben oder einen hohen Blutdruck haben, bekommen häufiger eine Thrombose oder einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Diese Frauen sollten zusammen mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin überlegen, ob andere Verhütungsmethoden für sie besser sind oder ob sie trotzdem die Pille nehmen wollen.
Pille und Krebs
Bei Frauen, die die Pille nehmen, wird etwas häufiger Brustkrebs entdeckt als bei Frauen, die nicht die Pille nehmen. Allerdings ist Brustkrebs bei Frauen unter 35 Jahren sehr selten. Unter Pilleneinnahme findet man bei etwa einer von 10 000 Frauen einen zusätzlichen Fall von Brustkrebs. Bei Frauen, die bis zum Alter von 40 Jahren die Pille nehmen, findet man in den nächsten 10 Jahren unter 10 000 Frauen 19 zusätzliche Fälle von Brustkrebs. Zehn Jahre nach Absetzen der Pille findet man keine Unterschiede mehr.
Wie bekomme ich die Pille, und was kostet sie?
Für die Pille brauchen Sie ein Rezept von einem Arzt oder einer Ärztin. Sie wird meist vom Frauenarzt oder der Frauenärztin, in pro familia-Beratungsstellen, oder manchmal auch vom Hausarzt oder der Hausärztin verschrieben. Mit dem Rezept kann man die Pille in allen Apotheken kaufen.
Gesetzlich versicherte Mädchen unter 22 Jahren brauchen die Pille nicht zu bezahlen, da die gesetzliche Krankenkasse die Kosten vollständig übernimmt. Sind sie zwischen 18 und 21 Jahre alt, fällt allerdings eine Rezeptgebühr von 5 € in der Apotheke an.
Frauen, die 22 Jahre und älter sind, müssen die Pille vollständig selbst bezahlen. Eine Dreimonatspackung kostet etwa zwischen 20 und 40 €, Sechsmonatspackungen sind in der Regel im Verhältnis günstiger.
Sozialhilfeempfängerinnen und Bezieherinnen von Arbeitslosengeld II müssen alle Kosten der Verhütung selbst tragen. In einigen Gemeinden und Städten bestehen jedoch Ausnahmeregelungen. Es lohnt sich also vor Ort zu klären, ob nicht doch eine Kostenübernahme möglich ist.
Die Mini-Pille (Pille nur mit Gestagen)
Die Mini-Pille ist wie die Pille ein hormonelles Verhütungsmittel, das jedoch kein Östrogen, sondern nur Gestagen enthält.
Das Hormon der Mini-Pille bewirkt, dass ein Schleimpfropf vor dem Muttermund gebildet wird. Die Mini-Pille muss äußerst pünktlich, immer zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden. In Ausnahmefällen ist eine maximale Verzögerung von drei Stunden möglich. Außerdem wird sie jeden Tag im Monat ohne Unterbrechung genommen, je nach Präparat befinden sich 28 oder 35 Tabletten in einer Packung.
Die meisten Präparate enthalten das Gestagen Levonogestrel. Ein Mini-Pillen-Präparat enthält das Gestagen Desogestrel in etwas höherer Dosierung und hemmt auch den Eisprung. Dieses Präparat kann bis zu 12 Stunden verspätet eingenommen werden.
Vorteile
Die Mini-Pille kann von Frauen angewendet werden, die das Hormon Östrogen nicht vertragen oder wegen erheblicher gesundheitlicher Risken nicht nehmen dürfen. Die Mini-Pille kann wegen der geringen Hormondosis auch von Frauen, die stillen, genommen werden. Die in die Milch übergehende Hormonmenge ist gering und scheint nach den heutigen Erkenntnissen dem Kind nicht zu schaden. Häufig wird die Mini-Pille auch Frauen über 40 Jahren empfohlen, da sie hier bei geringen Nebenwirkungen eine hohe Sicherheit aufweist.
Nachteile
Die Monatsblutung wird unter Einnahme der Mini-Pille oft unregelmäßig. Sie verspätet sich oder bleibt ganz aus. Es können leichte oder häufige Zwischenblutungen auftreten, die medizinisch jedoch unbedenklich sind. Zwischenblutungen sind der häufigste Grund, zu einer anderen Verhütungsmethode zu wechseln. Manche Frauen klagen über Brustspannen, Kopfschmerzen, Stimmungsveränderungen oder sexuelle Unlust.
Zuverlässigkeit
Die Mini-Pille gehört zu den relativ sicheren Verhütungsmethoden (siehe Pearl-Index) . Voraussetzung für die Zuverlässigkeit der Mini-Pille ist die absolut pünktliche Einnahme im 24-Stunden-Rhythmus. Wenn die Mini-Pille länger als 3 Stunden zu spät eingenommen wurde, nimmt der Empfängnisschutz deutlich ab, da der Schleimpropf vor dem Muttermund sich schnell verflüssigt. Ausnahme ist das Präparat auf Desogestrel-Basis (s.o.), das wegen der zusätzlichen Eisprungsunterdrückung, mit bis zu 12 Stunden Verspätung eingenommen werden kann.
Einige Medikamente wie z. B. ganz bestimmte Antibiotika, Johanniskraut , einige Antiepilektika und Psychopharmaka setzen die Verhütungswirkung der Mini-Pille herab. Vermindert ist die Wirksamkeit auch bei Erbrechen oder Durchfall, da die Wirkstoffe vom Körper nicht ausreichend aufgenommen oder zu schnell ausgeschieden werden. Wenn Sie Medikamente nehmen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darüber, dass Sie die Mini-Pille nehmen.
Zugänglichkeit
Die Mini-Pille ist ein Medikament und muss nach gründlicher Untersuchung von einer Ärztin oder einem Arzt verschrieben werden. Gegen Rezept ist sie dann in allen Apotheken erhältlich.
Kosten
Die Mini-Pille kostet zwischen 6 und 17 € pro Monat, je nachdem welches Präparat und welche Packungsgröße verordnet wird. Dabei sind Pillen in der 6-Monatspackung deutlich günstiger. Je nach Alter entstehen zusätzliche Kosten wie Rezeptgebühr:
Unter 18 Jahre:
Kassenrezept: Kostenlos – keine weiteren Gebühren
Privatrezept: Außer den Kosten des Medikaments keine weiteren Gebühren
Unter 20:
Medikament kostenlos
5€ Rezeptgebühr, ab Medikamentenpreis über 50 € - 10 € Rezeptgebühr
Privatrezept: Außer den Kosten des Medikaments keine weiteren Gebühren
Ab 20:
- Außer bei medizinischer Begründung keine Kassenleistung
- Medikamentenkosten
- Keine Rezeptgebühr
- Sozialhilfeempfängerinnen und Bezieherinnen von Arbeitslosengeld II müssen alle Kosten der Verhütung selbst tragen. In einigen Gemeinden und Städten bestehen jedoch Ausnahmeregelungen. Es lohnt sich also vor Ort zu klären, ob nicht doch eine Kostenübernahme möglich ist.
Mini-Pille vergessen?
Holen Sie die Einnahme so schnell wie möglich nach, auf wenn Sie dann ggfs. zwei Tabletten zur gleichen Zeit einnehmen. Nehmen Sie danach die Mini-Pille wie gewohnt.
In den nächsten 7 Tagen muss unbedingt zusätzlich verhütet werden, z.B. mit Kondom. Wenn Sie in der Woche vor der vergessenen Tabletteneinnahme Geschlechtsverkehr hatten, besteht das Risiko einer Schwangerschaft. Das Risiko ist umso größer, je früher die Pille in der ersten Woche vergessen wurde.
Um eine Schwangerschaft zu verhindern, können Sie innerhalb von 72 bzw. 120 Stunden die Pille danach nehmen!
Pille vergessen?
Was Sie tun können
Natürlich sollte die Pille regelmäßig eingenommen werden. Doch in der Praxis ist das manchmal gar nicht so einfach. Wenn eine Frau zum ersten Mal die „Pille“ einnimmt, kann es schwierig sein, sich an die regelmäßige Einnahme zu gewöhnen. Auch bei Frauen, die schon über einen langen Zeitpunkt mit der „Pille“ verhüten, können Situationen entstehen, in denen sie vergessen wird. Stress, Krankheit oder die vergessene Pillenpackung während eines Kurzurlaubs, es gibt viele Gründe, warum die Pille vergessen werden kann. Frauen sind keine Roboter. Häufig kommt es nach einer oder mehreren vergessenen Tabletten zu Fragen: Sind wir wirksam geschützt oder müssen wir zusätzlich verhüten, kann eine Schwangerschaft entstanden sein etc.?
Unsere Empfehlung soll Ihnen helfen, trotz „vergessener Pille“ wirksam geschützt zu sein. Sie gilt für „Pillen“, die 21 gleiche Tabletten in der Kombination Östrogen/Gestagen (siehe Packungsbeilage) enthalten und bei denen nach 21 Tagen eine 7tägige Pause eingelegt wird. Wenn Sie eine andere Pille, z. B. eine Pille mit 3 verschiedenen Tabletten, einnehmen, sollten Sie vorsichtshalber bei Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin oder in der nächsten pro familia-Beratungsstelle nachfragen.
Generell sollten Sie zwei Punkte beachten:
Die Tabletteneinnahme darf nie länger als 7 Tage unterbrochen werden
Um einen ausreichenden Empfängnisschutz aufzubauen, ist eine ununterbrochene Tabletteneinnahme über mindestens 7 Tage erforderlich
Vorgehen bei vergessener Pille
pro familia hat für Sie eine Empfehlung zusammengestellt, wie sie bei vergessener Pille vorgehen können. Unsere Hinweise sind erarbeitet auf der Grundlage der Empfehlungen des Bundesinstitutes für Arzneimittelsicherheit von April 2005.
Sie haben eine Tablette in Woche 1 vergessen
Holen Sie die Einnahme so schnell wie möglich nach, auch wenn dies bedeutet, dass Sie zwei Tabletten zur gleichen Zeit einnehmen. Setzen Sie die Einnahme dann wie gewohnt fort. In den nächsten 7 Tagen muss jedoch zusätzlich eine Barrieremethode zur Empfängnisverhütung (z. B. Kondom) angewendet werden. Wenn Sie in der Woche vor der vergessenen Tabletteneinnahme Geschlechtsverkehr hatten, besteht das Risiko einer Schwangerschaft. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft ist umso höher, je früher die Pille in der ersten Woche vergessen wurde.
Um eine Schwangerschaft zu verhindern, können Sie die „Pille danach“ nehmen.
Sie haben eine Tablette in Woche 2 vergessen
Holen Sie die Einnahme so schnell wie möglich nach, auch wenn dies bedeutet, dass Sie zwei Tabletten zur gleichen Zeit einnehmen. Die folgenden Tabletten nehmen Sie dann wieder zur gewohnten Zeit ein. Wenn Sie die „Pille“ an den vorausgegangenen 7 Tagen vor der vergessenen Tablette regelmäßig eingenommen haben, ist die empfängnisverhütende Wirkung gewährleistet und Sie müssen keine zusätzlichen empfängnisverhütenden Maßnahmen anwenden. Bei sehr großem Sicherheitsbedürfnis verwenden Sie in den nächsten 7 Tagen eine Barrieremethode (z. B. Kondom).
Sie haben eine oder mehrere Tabletten nacheinander in Woche 3 vergessen
Ein Empfängnisschutz ist nicht mehr voll gewährleistet, wenn Sie die normale Pause nach dem Ende der Packung machen. Durch einen veränderten Einnahmebeginn der nächsten Packung lässt sich die empfängnisverhütende Wirkung erhalten. Wenn Sie eine der beiden im Folgenden erläuterten Vorgehensweisen einhalten, besteht keine Notwendigkeit für zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen. Dies gilt jedoch nur, wenn die Einnahme an den 7 Tagen vor der ersten vergessenen Tablette korrekt erfolgte.
Wenn dies nicht der Fall ist, sollten Sie nach der Anweisung vorgehen. Außerdem sollte in den nächsten 7 Tagen zusätzlich eine Barrieremethode zur Empfängnisverhütung (z. B. Kondom) anwendet werden. Sie können zwischen zwei Möglichkeiten wählen:
1. Nehmen Sie die verbliebenen Tabletten aus der aktuellen Packung zur gewohnten Zeit ein. Lassen Sie die einnahmefreie Pause aus und beginnen Sie direkt mit der Einnahme der Tabletten aus der nächsten Packung. Höchstwahrscheinlich kommt es dann solange nicht zu einer Abbruchblutung bis Sie diese zweite Packung aufgebraucht haben, jedoch treten möglicherweise Schmier- und Durchbruchblutungen während der Einnahme aus der zweiten Packung auf.
oder
2. Sie können die Einnahme aus der aktuellen Packung auch sofort abbrechen und nach einer einnahmefreien Pause von nicht mehr als 7 Tagen (der Tag, an dem die erste Tablette vergessen wurde, muss mitgezählt werden!) direkt mit der Einnahme aus der nächsten Packung beginnen. Wenn Sie mit der Einnahme aus der neuen Packung zu Ihrem gewohnten Wochentag beginnen möchten, können Sie die einnahmefreie Pause entsprechend verkürzen.
Sie haben mehr als eine Tablette in Woche 1 oder 2 vergessen
Wenn Sie die Einnahme von mehr als einer Tablette in Woche 1 oder 2 vergessen haben, ist der Empfängnisschutz nicht mehr sicher gegeben. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft ist umso höher, je mehr Tabletten Sie vergessen haben und je näher dies zeitlich an der vorausgegangenen einnahmefreien Pause liegt.
Um eine Schwangerschaft zu verhindern, können Sie die „Pille danach“ nehmen. Bis zum Auftreten der nächsten üblichen Entzugsblutung sollte zusätzlich eine Barrieremethode zur Empfängnisverhütung (z. B. Kondom) angewendet werden.
Wenn nach Aufbrauchen der aktuellen Packung in der ersten normalen einnahmefreien Pause keine Blutung auftritt und Sie in der Woche vor den vergessenen Tabletten Geschlechtsverkehr hatten, sind Sie möglicherweise schwanger. In diesem Fall sollten Sie eine Schwangerschaft ausschließen.
Kann ich die Blutung verschieben?
Wenn Sie eine Ein-Phasen-Pille nehmen, bei der alle Pillen die gleiche Farbe haben, können Sie die Blutung verschieben oder auch ganz ausfallen lassen.
Um die Blutung vorzuverlegen, machen Sie die Pause entsprechend früher, um die Blutung hinauszuzögern, nehmen Sie nach Ende eines Blisters entsprechend mehr Pillen ein.
Um die Blutung ausfallen zu lassen, machen Sie gar keine Pause und beginnen gleich am nächsten Tag nach der letzten Pille mit dem neuen Blister. Manchmal, besonders bei sehr niedrig dosierten Pillen, kann es zu leichten Zwischenblutungenkommen, wenn man die Pille über längere Zeit „durchnimmt“. Beachten Sie, dass Sie mehr Pillen-Packungen benötigen, wenn Sie die Pille durchnehmen, die Verhütung also teurer wird.
Das Einnahmeschema 21/7, also 21 Pillen und 7 Tage Pause, ist nur eine Konvention. Es wurde vor über 50 Jahren so festgelegt, weil man dachte, Frauen
wollen alle 4 Wochen bluten.
Heute wissen wir: Die Pause ist nicht notwendig. Sie können die Pause machen oder auch nicht, und Sie können die Pause fast beliebig verschieben. Auch eine Verkürzung der Pause ist kein Problem.
Wichtig sind nur drei Dinge: Sie bleiben in der Pause nur dann geschützt, wenn Sie vor der Pause mindestens 14 Pillen
korrekt genommen haben, zwischen 2 Pillen dürfen nicht mehr als 36 Stunden liegen (außer natürlich in der Pause) und die Pause darf niemals länger dauern als 7 Tage.
Pille danach
Verhütungspannen können immer vorkommen. Wenn Sie befürchten, dass Ihre Verhütung nicht richtig gewirkt hat oder nicht korrekt angewendet wurde oder Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten, können Sie die Pille danach anwenden. Mit der Pille danach kann eine Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr verhindert werden.
Pille danach - das Wichtigste auf einen Blick
Nicht unnötig warten: Je eher Sie die „Pille danach“ nehmen, umso sicherer wirkt sie. Sie haben je nach Produkt 72 Stunden oder 120 Stunden Zeit.
Nebenwirkungen: Die „Pille danach“ hat wenige Nebenwirkungen und ist gut verträglich. Es handelt sich nicht um eine „Hormonbombe“.
Kosten: Sie kostet je nach Produkt zwischen 16 und 35 €. Sie erhalten die „Pille danach“ ohne Rezept in der Apotheke.
Es gibt zwei unterschiedliche Typen der Pille danach. Die eine enthält das Hormon Levonorgestrel (LNG), die andere den Wirkstoff Ulipristalacetat.
Wie wirkt die Pille danach?
Beide Pille danach-Typen wirken, indem sie den Eisprung verzögern oder verhindern. So können Eizelle und Spermium nicht mehr aufeinandertreffen und es kommt zu keiner Befruchtung der Eizelle. Die Pille danach – egal welcher Typ – wirkt nicht mehr, wenn der Eisprung bereits stattgefunden hat. Dann kann die Spirale danach noch verhindern, dass sich eine befruchtete Eizelle in die Gebärmutter einnistet. Eine Schwangerschaft kann mit der Pille danach also nicht abgebrochen werden.
Die Pille danach wirkt nur kurzfristig und nachträglich. Das bedeutet, dass Sie bei jedem weiteren Geschlechtsverkehr im Zyklus verhüten müssen, auch wenn Sie die Pille danach vorher genommen haben.
Wie sicher wirkt die Pille danach?
Die Wirksamkeit der Pille danach hängt davon ab, wie schnell sie eingenommen wurde und an welchem Zyklustag die Frau sich befindet. Die Wirksamkeit kann daher zwischen 59% und 98% variieren.
Wichtig zu wissen: die Wirksamkeit der Pille mit Levonorgestrel nimmt ab, je mehr Zeit nach dem Geschlechtsverkehr vergangen ist. Sie sollte also so schnell wie möglich eingenommen werden. Mehr als 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr wirkt sie nicht mehr.
Die Wirkung der Pille danach mit Ulipristalacetat ist möglicherweise bis fünf Tage nach dem Geschlechtsverkehr unverändert hoch und ist daher die sicherere Wahl, wenn nach dem Geschlechtsverkehr mehr Zeit vergangen ist.
Hat die Pille danach Nebenwirkungen?
Die Pille danach – egal für welchen Typ Sie sich eventuell entscheiden – hat keine schwerwiegenden und längerfristigen Nebenwirkungen. Am ehesten müssen Sie mit Zyklusverschiebungen rechnen.
Auch Übelkeit, Kopfschmerzen, Brustspannen, Schwindelgefühle, leichte Bauchschmerzen und Schmierblutungen in den Tagen nach der Einnahme können auftreten. Selten führt sie bei Frauen zu Erbrechen. Wichtig: Sollten Sie sich in den ersten drei Stunden nach der Einnahme der Pille danach erbrechen, müssen Sie die Pille danach möglichst schnell noch einmal nehmen.
Die Pille danach kann Wechselwirkungen mit andern Medikamenten haben. Es ist daher wichtig, dass Sie in der Apotheke oder ärztlichen Praxis darauf hinweisen, wenn Sie Medikamente einnehmen oder anwenden.
Wo gibt es die Pille danach und was kostet sie?
Sie können die Pille danach ohne Rezept in der Apotheke kaufen.
Die Kosten für die Pille danach variieren je nach Produkt:
| Inhaltsstoff | Wie lange anwendbar | Kosten | In Deutschland verfügbar unter dem Namen | Seit wann erhältlich |
Levonorgestrel | 1,5 mg Levonorgestrel | 72 Stunden | 16 – 18,50 € | PiDaNa®, Levonoraristo®, Unofem®Hexal®, Postinor®,Levonorgestrel Stada® | 2000 |
Ulipristal | 30 mg Ulipristalacetat | 120 Stunden | Ca. 35 € | EllaOne® | 2009 |
Wenn Sie 22 oder älter sind, müssen Sie diese Kosten selbst tragen.
Sind Sie unter 22 Jahre alt, bekommen Sie die Pille danach kostenlos, wenn Sie sich vorab ein Rezept von einer Ärztin oder einem Arzt besorgen und damit in die Apotheke gehen. Zwischen 18 und 21 Jahren müssen Sie dann aber 5 € Rezeptgebühr bezahlen.
Spirale
Grundsätzlich sind zwei verschiedene Arten von Spiralen zu unterscheiden: die Kupferspirale und die Hormonspirale.
Die Kupferspirale
Die Kupferspirale wird von einer Ärztin oder einem Arzt in die Gebärmutter der Frau eingelegt. Die gängigen Kupferspiralen können 5 Jahre in der Gebärmutter verbleiben. In Deutschland sind auch Spiralen zugelassen, die mit einer Liegedauer von 3 Jahren (Mini Format) bis zu 10 Jahren (erhöhte Kupferdosis) angegeben werden.
Durch das Kupfer, das ständig in kleinsten Mengen von der Spirale abgegeben wird, werden die Samenzellen auf dem Weg in die Eileiter in ihrer Beweglichkeit gehemmt, und es kommt in der Regel nicht zur Befruchtung. Das Kupfer trägt außerdem wesentlich dazu bei, dass der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut gestört wird. Damit wird die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutter verhindert, falls es doch zur Befruchtung gekommen sein sollte.
Einige Spiralen werden mit Goldzusätzen angeboten, was die Anfälligkeit für Infektionen vermindern soll. Bisher konnte jedoch noch nicht nachgewiesen werden, dass tatsächlich weniger Infektionen auftreten.
Die Kupferkette
Ähnlich wie die Kupferspirale wirkt die Kupferkette. Sie besteht aus vier oder sechs kleinen Kupferzylindern, die wie bei einer Perlenkette auf einen Nylonfaden aufgezogen sind. Es gibt sie in zwei Größen, die zwei bzw. drei Zentimeter lang sind und 5 Jahre in der Gebärmutter liegen können.
Der Kupferperlenball
Die neueste Form einer Spirale ist der Kupfer-Perlenball. Bei ihm führt eine neue Technologie dazu, dass sich nach dem Einsetzen der Draht, auf dem die Kupferperlen aufgereiht sind, in eine runde, dreidimensionale Form verwandelt. Dadurch ist er nicht so starr wie die herkömmlichen Spiralen und muss auch nicht fixiert werden wie die Kuperkette. Der Kupfer-Perlenball hat eine Kupferoberfläche von 300 Quadratmilimeter. Da der Kupfer-Perlenball relativ neu ist, gibt es bisher keine Aussagen, ob er irgendwelche Vorteile im Vergleich zu den älteren Produkten hat.
Vorteile
Sie brauchen über eine längere Zeit nicht an Verhütung zu denken. Kein Eingriff in den Hormonhaushalt bei relativ hoher Verhütungssicherheit.
Nachteile
Meist verstärkt und verlängert sich die Blutung; sie kann schmerzhafter sein; Zwischenblutungen können auftreten. Eine seltene, aber ernsthafte Nebenwirkung kann das Auftreten einer Unterleibsentzündung sein, die unbedingt ärztlich behandelt werden muss, damit es nicht zu späterer Unfruchtbarkeit kommt. Frauen, die noch Kinder haben wollen, werden im Allgemeinen auf dieses mögliche Risiko späterer Unfruchtbarkeit besonders hingewiesen Die Spirale verhindert keine Eileiter-Schwangerschaft.
Zuverlässigkeit
Bei Auswahl der richtigen Größe und sachgemäßer Anpassung ist die Kupferspirale eine zuverlässige Verhütungsmethode. Im Abstand von sechs Monaten soll die korrekte Lage von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt überprüft werden.
Die Hormonspirale
Hormonspiralen wirken durch die ständige Hormonabgabe eines Gestagens in kleiner Menge in die Gebärmutterhöhle. Sie unterscheiden sich in Größe, Hormonmenge und Liegedauer. Manchen können 3, andere 5 Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Die Hormone führen im Wesentlichen zu einer Verdickung und Milieuänderung des Schleims im Gebärmutterhalskanal. Das Aufsteigen der Spermien wird dadurch behindert. Zusätzlich wird das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut unterdrückt und so die Einnistung eines befruchteten Eis verhindert.
Vorteile
Auch hier ist der Verhütungsschutz über einen längeren Zeitraum gewährleistet. Die Verhütungssicherheit dieser Spirale ist sehr hoch. Blutungsschmerzen und Blutungsstärke gehen stark zurück. In manchen Fällen bleibt die Regelblutung ganz aus.
Nachteile
Blutungsstörungen (Schmier- und Zwischenblutungen), besonders in den ersten 3 Monaten kommen relativ häufig vor. Manche Frauen empfinden eine schwache / bis gar keine Regelblutung als Belastung. Manche Frauen klagen über Brustspannen, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Stimmungsveränderungen oder sexuelle Unlust.
Zuverlässigkeit
Die Hormon-Spirale gilt als fast so sicher wie eine Sterilisation. Im Abstand von 6 Monaten sollte auch hier die korrekte Lage von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt überprüft werden.
Zugänglichkeit von Hormon- und Kupferspirale
Da es einige Krankheiten, bzw. Situationen gibt, in denen die Spiralen im allgemeinen nicht empfohlen werden (z. B. bei erhöhtem Risiko sich an einer sexuell übertragbaren Krankheit anzustecken, bei akuter oder chronischer Unterleibsentzündung, nach Eileiterschwangerschaften, bestimmten Fehlbildungen der Gebärmutter und anderen mehr), gilt für alle Spiralen, dass sie nur von einer Ärztin oder einem Arzt nach eingehender Untersuchung verschrieben werden können.
Kosten von Hormon- und Kupferspirale
Kupferspirale: ca. 120 bis 200 € für einen Anwendungszeitraum von 3 - 5 Jahren. (in Ausnahmen bis zu 7 oder 10 Jahren). Der Preis gilt einschließlich Beratung, Untersuchung und Einlegen. Bei der Kupferkette ist mit 300 bis 350 € zu rechnen und beim Kupferperlenball mit 350 - 500€ (inklusive Beratung, Untersuchung und Einlegen).
Hormon-Spirale: Der Preis einschließlich der Einlage in einer gynäkologischen Praxis liegt bei ca. 250 bis 400 € für einen Anwendungszeitraum von 5 Jahren.
Die Kosten für die Beratung über die Methoden der Verhütung übernimmt die Krankenkasse. Für die empfohlenen halbjährlichen Ultraschallkontrollen können Kosten von bis zu 40 € entstehen.
Nach der Gebührenordnung für ÄrztInnen soll die Spirale bei gesetzlich krankenversicherten Frauen bis zum vollendeten 22. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen werden. Dies wird jedoch in einigen Fällen abgelehnt. Erkundigen Sie sich daher vor der Einlage bei Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin.
Sterilisation
Die Sterilisation ist eine operative Methode der Verhütung, die prinzipiell darauf angelegt ist, dauerhaft zu sein.
Die Sterilisation kann sowohl beim Mann als auch bei der Frau durchgeführt werden, wobei sie beim Mann wesentlich leichter durchzuführen und risikoärmer ist als bei der Frau.
Sterilistation des Mannes
Bei diesem operativen Eingriff werden die beiden Samenleiter durchtrennt, so dass keine Samenzellen mehr in den Samenerguss gelangen können. Da die Samenleiter direkt unter der Haut des Hodensacks liegen, kann die Sterilisation von einem Arzt für Urologie oder Chirurgie ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Ein Klinikaufenthalt ist in der Regel nicht erforderlich.
Die sexuelle Erlebnisfähigkeit, Erektion und Orgasmus mit Samenerguss sind weiterhin möglich.
Vorteile
Sie brauchen an Verhütung nicht mehr zu denken. Der Eingriff ist beim Mann wesentlich leichter durchzuführen und risikoärmer als die Sterilisation der Frau.
Nachteile
Der Eingriff bedeutet einen endgültigen Verzicht auf (weitere) leibliche Kinder. Versuche, den Eingriff rückgängig zu machen, sind nicht immer erfolgreich. War der Entschluss zur Sterilisation nicht ausgereift, können seelische Probleme auftreten und zu Potenzstörungen führen.
Zuverlässigkeit
Nach dem Eingriff können noch einige Zeit lang Samenzellen im Samenerguss sein. Erst wenn Ihnen der Arzt nach mehrmaliger Untersuchung des Samenergusses mitgeteilt hat, dass keine Samenfäden mehr gefunden wurden, besteht sicherer Schutz vor (weiterer) Vaterschaft.
Zugänglichkeit
Der Eingriff wird in Facharztpraxen (Urologie und Chirurgie), in der Klinik und in Zentren der pro familia in Bremen, Rüsselsheim oder Saarbrücken durchgeführt. Ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem Arzt oder bei einer pro familia-Beratungsstelle sollte der Sterilisation vorausgehen, da der endgültige Entschluss, kein Kind mehr zeugen zu können, reiflich zu überlegen ist.
Bevor die Sterilisation durchgeführt wird, müssen Sie über die Art des Eingriffs, seine Folgen und möglichen Nebenwirkungen oder Komplikationen aufgeklärt sein und aus freiem Entschluss in die Operation eingewilligt haben.
Kosten
Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten für Sterilisationen, die der persönlichen Lebensplanung dienen, nicht mehr. Ausnahmen bilden medizinisch notwendige Sterilisationen. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten meistens nur, wenn gesundheitliche Gründe vorliegen. Die Kosten belaufen sich auf ca. 300 bis 400 €.
Sterilisation der Frau
Bei der Frau der Frau werden die Eileiter verschlossen oder seltener teilweise oder ganz entfernt. Die Eileiter liegen im Unterleib und sind wie zwei weiche Schläuche mit der Gebärmutter verbunden.
Nach dem Eingriff gelangt die Eizelle nur bis zur Unterbrechungsstelle und wird von der Schleimhaut des Eileiters aufgenommen. Sie kann sich nicht mehr mit einer Samenzelle vereinigen.
Der Eingriff wird in der Regel ambulant bei einem Facharzt für Gynäkologie, einem operativen Zentrum oder in einer Klinik durchgeführt. Manchmal ist ein stationärer Aufenthalt von einigen Tagen erforderlich.
Die sexuelle Erlebnisfähigkeit verändert sich nicht. Im Verlauf der Operation können (selten) Komplikationen auftreten, wie Narkosezwischenfälle, innere Blutung, Verletzung des Darms u.a. Es gibt mittlerweile auch neuere Operationsmethoden, die auf den Schnitt mit einem Skalpell verzichten.
Vorteile
Sie brauchen an Verhütung nicht mehr zu denken.
Nachteile
Der Eingriff ist endgültig und bedeutet den Verzicht auf (weitere) leibliche Kinder. Versuche, ihn wieder rückgängig zu machen, sind schwierig, die Erfolgschancen gering.
Nach der Sterilisation kann kann in seltenen Fällen eine Störung in der Hormonproduktion der Eierstöcke auftreten. Dies kann beispielsweise zu Schmierblutungen vor und nach der Regel führen.
War der Entschluss für die Sterilisation nicht reiflich überlegt, können seelische Probleme entstehen.
Zuverlässigkeit
Schwangerschaften nach Sterilisationen sind äußerst selten.
Zugänglichkeit
Die Sterilisation der Frau wird in Praxen, OP-Zentren oder im Krankenhaus und fast immer in Vollnarkose durchgeführt.
Ein ausführliches Beratungsgespräch mit der Ärztin, dem Arzt oder bei einer pro familia-Beratungsstelle sollte der Operation vorausgehen, da die endgültige Entscheidung, kein Kind mehr gebären zu können, reiflich zu überlegen ist.
Bevor die Sterilisation durchgeführt wird, müssen Sie über die Art des Eingriffs, seine Folgen und möglichen Nebenwirkungen oder Komplikationen aufgeklärt sein und aus freiem Entschluss in die Operation eingewilligt haben.
Kosten
Von gesetzlichen Krankenkassen wird der Eingriff nicht mehr bezahlt. Ausnahmen bilden medizinisch notwendige Sterilisationen. Private Versicherungen übernehmen die Kosten meistens nur, wenn gesundheitsgefährdende Gründe vorliegen. Die Kosten für eine Sterilisation der Frau belaufen sich auf 500 bis 1.000 €.
Vaginalkondom
Das Vaginalkondom (auch Femidom® oder “Frauenkondom” genannt) ist ein Mittel zur Empfängnisverhütung für die Anwendung in der Vagina zur Einmalanwendung. Es ist die einzige Verhütungsmethode, mit der sich eine Frau oder eine Person mit Vagina selbst vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen kann. Das Vaginalkondom muss bei jedem Verkehr angewandt werden. Wird es ausschließlich zur Verhütung verwendet, ist es möglich, das Vaginalkondom nur in der fruchtbaren Zeit anzuwenden, wenn Sie diese mit Hilfe der Fruchtbarkeitswahrnehmung ermitteln.
Vaginalkondome kleiden die Vagina wie eine zweite Haut aus. Zurzeit gibt es nur ein Produkt auf dem deutschen Markt:
Femidom®/ female condom:
Femidom besteht aus Polyurethan und ist befeuchtet (auf Silikonbasis). Es ist 17 cm lang - wie Kondome - aber deutlich weiter. Es hat 2 runde, biegsame Ringe.. Mit dem inneren Ring wird das Femidom® tief in der Scheide platziert. Der äußere Ring liegt flach auf den Venuslippen auf und ist von außen sichtbar. Allergische Reaktionen sind nicht bekannt. Das Femidom® kann mit fetthaltigen und wasserlöslichen Gleitmitteln verwandt werden. Femidom® knistert etwas beim Geschlechtsverkehr.
Vaginalkondome können im Vergleich zum Kondom für den Pensi schon vor der Versteifung des Penis eingeführt werden und müssen nicht direkt nach dem Samenerguss entfernt werden. Beim Einführen des Penis sollte der äußere Ring festgehalten werden, damit das Vaginalkondom nicht in die Vagina rutscht oder der Penis außerhalb des Kondoms eingeführt wird. Nach dem Liebesspiel muss der äußere Ring einige Male gedreht werden, um das Auslaufen des Spermas zu verhindern. Danach sollte das Vaginalkondom vorsichtig aus der Vagina entfernt werden.
Vorteile
Vaginalkondome sind die einzige Möglichkeit, mit der sich eine Frau oder eine Person mit Vagina selbst vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen kann.
Nachteile
Manche Menschen empfinden die Handhabung als Störung ihres Liebesspiels. Das Vaginalkondom kann während des Geschlechtsverkehrs verrutschen.
Zuverlässigkeit
Eine eindeutige Aussage über die Verhütungssicherheit der Methode ist nicht möglich. Für Femidom® liegen einige wenige, kleine Studien weltweit vor. Die Zahl der ungewollten Schwangerschaften wird allgemein zwischen 5 und 25 % angegeben, wenn 100 Frauen 12 Monate mit dieser Methode verhüten. Die Sicherheit scheint deutlich höher zu sein bei Paaren, die viel Erfahrung mit anderen Barrieremethoden haben und die Methode konsequent anwenden.
Zugänglichkeit
Vaginalkondome können über Online-Anbieter bestellt werden.
Kosten
Femidom®: ~ 12 EUR; pro Dreier-Packung
Vaginalring
Der Vaginalring (auch NuvaRing® genannt) ist ähnlich wie die Pille eine hormonelle Methode der Schwangerschaftsverhütung. Der weiche Kunststoffring hat einen Durchmesser von 54 mm. Er wird wie ein Tampon in die Vagina eingeführt, wo er kontinuierlich Hormone freisetzt. Nach 21 Tagen wird der Vaginalring entfernt. Es folgt eine siebentägige Pause, in der es normalerweise zur Regelblutung kommt. Nach sieben Tagen kann der nächste Vaginalring eingesetzt werden.
Falls einmal vergessen wird, den Vaginalring nach 21 Tagen zu entfernen, setzt er bis zu sieben Tage länger ausreichend Hormone frei, um die Verhütungssicherheit zu gewährleisten.
Die Hauptwirkung des Vaginalrings besteht darin, dass der monatliche Eisprung (Ovulation) verhindert wird. Die Wirkung entfaltet sich über die Hormone, die von dem Vaginalring freigesetzt werden und über die Scheide ins Blut gelangen. Der Vaginalring enthält die gleichen Hormone, die auch in der Kombinations-Pille verwendet werden, nämlich Ethinylestradiol (ein Östrogen) sowie ein Stoffwechselprodukt von Desogestrel (ein Gestagen).
Vorteile
Es muss nicht täglich an die Verhütungsmethode gedacht werden, nur zweimal im Monat (beim Einsetzen und beim Herausnehmen). Sichere Methode.
Der Vaginalring bietet auch für Frauen Verhütungssicherheit, die unter Magen-Darm-Beschwerden, häufigem Erbrechen oder Durchfall leiden.
Nachteile
Vergleichbare Nebenwirkungen und Einschränkungen wie die kombinierte Pille.
Manchen Frauen fällt es schwer, an das Entfernen und Wiedereinsetzen des Vaginalringes zu den vorgegebenen Zeitpunkten zu denken.
In sehr seltenen Fällen kann der Vaginalring aus der Vagina herausrutschen (beispielsweise beim Geschlechtsverkehr oder Entfernen eines Tampons). Er sollte dann mit lauwarmem Wasser abgewaschen und sofort wieder eingesetzt werden.
Bei einigen Frauen kann der Vaginalring selbst Reizungen der Vagina und Ausfluss verursachen.
Zuverlässigkeit
Die Verhütungssicherheit entspricht etwa der Sicherheit der Pille. Beide Methoden haben - bei richtiger Anwendung -eine Versagerquote von weniger als 1%.
Zugänglichkeit
Der Vaginalring muss von einer Ärztin oder einem Arzt verordnet werden.
Kosten
Für drei Monate ca. 48 Euro.
Verhütungskappen
...auch bekannt als Portiokappen
Die Portio ist der Teil des Gebärmutterhalses, der in die Vagina hineinreicht. Portiokappen bedecken den Gebärmutterhals und verhindern so, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen.
Die Verhütungskappe sollte zusammen mit einem Verhütungsgel benutzt werden. Sie muss einige Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden, damit sie sich am Gebärmutterhals festsaugen kann.
Die Verfügbarkeit von Verhütungskappen ändert sich immer mal wieder. Derzeit gibt es in Deutschland nur noch Restbestände von FemCap®. Der reguläre Bezug wurde eingestellt.
Gegebenenfalls sind über internationale Apotheken andere Produkte erhältlich.
Verhütungsgels, Verhütungscremes
Verhütungsgels und Cremes sollten immer zusammen mit einer Barrieremethode (Diaphragma oder Verhütungskappe) benutzt werden.
Heute sind spermienhemmende Gele auf Milchsäurebasis am verbreitetsten. Die ansäuernde Wirkung fördert die natürliche Vaginalflora und schützt daher zusätzlich vor Infektionen.
Früher hauptsächlich verbreitete Cremes und Gele mit dem Wirkstoff Nonoxynol-9, der samentötend (spermizid) wirkt, sind kaum noch bzw. hauptsächlich über ausländische Anbieter erhältlich.
Die Produkte auf Milchsäurebasis, die die Spermien lähmen, indem sie den Säuregrad des Scheidenmilieus erhöhen, sowie ein zusätzliches Hindernis für die Spermien bilden, sind genauso sicher und haben weniger Nebenwirkungen.
Verhütungsgels und -cremes allein angewendet sind als Verhütungsmittel nicht wirksam.
Wo bekomme ich Verhütungsgel und -creme?
Verhütungscremes auf Basis von Milchsäure (z.B. Contragel grün®, Caya Gel®) sind nicht rezeptpflichtig und können problemlos in der Apotheke gekauft oder im Internet bestellt werden. Sie kosten 8 bis 10 € pro 60-Gramm Tube. Immer mal wieder bieten vereinzelte Apotheken auch selber angerührte Cremes auf Milch- und Zitronensäurebasis an, die ggfs. günstiger sind.
Verhütungspflaster
Das Verhütungspflaster ist ähnlich wie die Pille eine hormonelle Methode der Schwangerschaftsverhütung.
Es gibt derzeit in Deutschland zwei verschiedene Präparate.
Beide enthalten das Östrogen Ethinylestradiol und ein (unterschiedliches) Gestagen, die über die Haut im Körper aufgenommen werden und so den monatlichen Eisprung verhindern.
Das Verhütungspflaster wird auf die Haut für jeweils sieben Tage aufgeklebt und danach durch ein neues Pflaster ersetzt. Nach drei Wochen wird eine Pause von sieben Tagen eingelegt, in der die Verhütungssicherheit weiterbesteht und eine Entzugsblutung einsetzt. Der Pflasterwechsel sollte immer am gleichen Wochentag geschehen, die Uhrzeit spielt keine Rolle.
Vorteile
Es muss nicht täglich an die Einnahme gedacht werden wie bei der Pille, sondern nur noch an den Pflasterwechsel alle sieben Tage.
Da bei dem Verhütungspflaster die Hormonaufnahme über die Haut erfolgt, ist es besonders geeignet für Frauen, die häufig erbrechen oder unter häufigem Durchfall aufgrund von Darmerkrankungen leiden.
Die Nebenwirkungen und Risiken des Pflasters sowie der Einfluss auf die Regelblutung sind mit denen der Pille vergleichbar. Das Pflaster kann bei knapp 20 % der Frauen zu einer Rötung der Haut führen. Selten ist diese jedoch so stark, dass das Pflaster nicht weiter angewendet werden kann.
Das Verhütungspflaster hat ein höheres Thromboserisiko als vergleichbare „Pillen“.
Zuverlässigkeit
Die Verhütungssicherheit des Pflasters entspricht der der Pille. Bei Frauen mit einem Körpergewicht von mehr als 90 kg wurde jedoch eine höhere Versagerrate beobachtet.
Zugänglichkeit
Das Verhütungspflaster muss von der Ärztin / dem Arzt verordnet werden
Kosten
Circa 40 - 42 Euro für drei Monate.
Quelle