Kooperationsvertrag unterzeichnet: In Kreisstadt Neuwied soll ein Zentrum für Robotik entstehen

Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts - Erster Schritt: Hochschule Koblenz, Asas sowie die Kreise Neuwied und Mayen-Koblenz und die Stadt Neuwied geben Machbarkeitsstudie in Auftrag 

Sie war die Schlüsseltechnologie des 19. Jahrhunderts: die Lokomotive. Und als 1835 in Deutschland die erste ihrer Art fuhr, war Neuwied mittendrin: Die „Adler“ ratterte zwar weit weg zwischen Nürnberg und Fürth, aber auf Schienen, die bei der Firma „Heinr. Wilh. Remy & Consorten“ - später Rasselstein – gewalzt worden waren. Und warum verwendete man im Königreich Bayern rheinischen Stahl? Die Antwort ist einfach: Weil man in Neuwied weitsichtig gehandelt hatte und im richtigen Moment technologisch weit vorn war. Im gesamten Deutschen Bund gab es so schlicht keinen besseren Anbieter. 
Knapp 200 Jahre später soll sich die Erfolgsgeschichte, die auf diesem Gelände ihren Ursprung nahm, im Idealfall wiederholen – nur natürlich mit einer neuen Technologie: der Robotik. Die Hochschule Koblenz, die Firma Asas sowie die Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Kreise Neuwied und Mayen-Koblenz und die Stadt Neuwied haben deshalb jetzt einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.
Das Ziel: ein Bildungs-, Forschungs- und Anwendungszentrum für Robotertechnologie in Neuwied. Der erste Schritt: Unter Federführung der Hochschule soll innerhalb eines Jahres eine Machbarkeitsstudie für eine solche Gründung auf dem Asas-Gelände erstellt werden – inklusive der Ausarbeitung eines Business-Plans, der Planung von Förderung und Finanzierung sowie der Akquise weiterer teilnehmender Unternehmen. Dafür stellen die Partner gemeinsam 90.000 Euro zur Verfügung. 
„Wir glauben, dass Robotik in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz (KI) eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts ist. Sie wird in allen Gesellschaftsbereichen einen Schub erleben, es werden neue Massenmärkte entstehen“, erläutert Prof. Dr. Udo Gnasa von der Koblenzer Hochschule als designierter Projektleiter die Grundidee und nennt als Beispiele, dass Robotik nicht nur die Wettbewerbsfähigkeiten der Unternehmen erhöhen und das Problem des Fachkräftemangels bekämpfen kann, sondern auch in Bereichen wie der Medizin und der Pflege große Chancen bietet. So bestätigt auch Hochschul-Präsident Prof. Dr. Karl Stoffel, dass das „keine Fiktion“ ist. „Wir sind in einer erheblichen Ausbauphase einer neuen Technologiewelle. Sie wird einen Boom erleben“, prophezeit er. 
Gefördert werden soll im geplanten Zentrum eine durchgängige Bildungskette in der Robotik von der schulischen Bildung über die Berufs(schul)ausbildung, die berufliche Aus- und Weiterbildung in Industrie, Handel und Handwerk bis hin zur Hochschulausbildung und der Möglichkeit von Promotionsvorhaben.  Kernaufgaben sollen neben den Bereichen Bildung und Forschung die Anwendungsunterstützung, der Wissens- und Technologietransfer in die Wirtschaft und die Region sowie die Gründungsförderung sein. Eine Anbindung an ansiedlungswillige und kooperationsbereite Unternehmen soll ermöglicht werden. Entstehen soll letztlich ein Robotikzentrum, das in der Region verankert ist und Unternehmen einen Anreiz bietet, gemeinsam Entwicklungsprojekte durchzuführen. 
Unter dem Strich zeigen sich Landräte Achim Hallerbach (Kreis Neuwied), Alexander Saftig (Mayen-Koblenz) und Oberbürgermeister Jan Einig (Neuwied) äußerst angetan von dem Vorhaben: „Wir gehen jetzt zunächst einmal den ersten Schritt. Aber wenn das Robotikzentrum verwirklicht werden kann – und wir haben auf dem Asas-Areal mit seiner Quartier- und Technologieparkentwicklung ideale Voraussetzungen - bietet es riesige Chancen und kann später der gesamten Region zugutekommen“, sind sie sich mit Fred Häring, Business Development Director der Asas GmbH, einig. 

Pressemitteilung der Stadt Neuwied

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Bildung

Veröffentlicht von Jugendredakteurin Neele