Das machen doch alle … oder?! Süchte und Abhängigkeiten bei Kindern und Jugendlichen
Als du das erste Mal an einem Joint gezogen hast, war der Effekt schon komisch. Aber auch irgendwie schön. Und zum Feiern gehört das ja wohl dazu, genauso wie ein paar Drinks, oder? Das ist doch kein Problem, das machen alle – und auch bei deinen Eltern wird zu jeder Gelegenheit das ein oder andere Fläschchen ausgepackt. Und es ist ja auch viel lustiger so. Du verstehst auch nicht, warum deine Eltern so wegen des Zockens nerven. Ist ja nicht so, als würdest du nichts anderes mehr machen, es macht halt echt Spaß – und irgendwas musst du doch tun mit deiner Zeit, oder? Trotzdem macht es dich schon sehr unruhig, wenn du dich nicht einloggen kannst … und das irritiert dich etwas.
Eine Sucht taucht nicht plötzlich auf. Sie entwickelt sich meist schleichend. Als Jugendlicher bist du anfälliger für Suchtprobleme, weil dein Gehirn noch nicht vollständig entwickelt ist und du in einer Phase bist, in der du impulsiver und risikobereiter als Erwachsene bist. Dinge auszuprobieren gehört zu dieser Phase! Aber es ist nun mal ein Risiko dabei. Suchtprobleme bei Kindern und Jugendlichen sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Die Verfügbarkeit von Drogen und anderen süchtig machenden Substanzen hat in den letzten Jahren zugenommen, und die Tatsache, dass immer mehr Kinder und Jugendliche frühzeitig mit dem Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum beginnen, ist alarmierend. Doch es gibt auch andere Formen der Sucht, denen Kinder und Jugendliche verfallen können. Wir haben dir hier eine kleine Übersicht über die üblichsten Süchte und Abhängigkeiten unter Kindern und Jugendlichen zusammengestellt:
Alkohol- und Drogenmissbrauch:
- Alkohol- und Drogenmissbrauch sind wahrscheinlich die bekanntesten Formen der Suchtprobleme bei Kindern und Jugendlichen. Die Verwendung dieser Substanzen kann schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit, das Sozialverhalten und die schulische Leistung haben. Es gibt viele Faktoren, die dazu beitragen können, dass ein du Drogen und Alkohol ausprobierst oder sogar regelmäßig konsumierst. Das können Probleme zuhause sein, die Gewohnheiten deiner Eltern oder auch einfach, dass du dazu gehören möchtest.
Rauchen:
- Rauchen ist eine weitere Form der Sucht, die bei Kindern und Jugendlichen häufig vorkommt. Das Rauchen von Zigaretten, E-Zigaretten oder anderen Tabakprodukten erhöht das Risiko für Atemwegserkrankungen, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die meisten Raucher beginnen vor dem 18. Lebensjahr zu rauchen, und es ist wichtig klarzumachen, dass es unheimlich schwierig ist, das Rauchen wieder sein zu lassen, wenn du einmal angefangen hast.
Internet- und Videospielsucht:
- Social Media und Computer- oder Online-Spiele machen Spaß. Sehr viel Spaß. Und genau das kann zum Problem für dich werden bzw. zu sozialen, emotionalen und schulischen Problemen führen. Wenn du zu viel Zeit online oder mit Videospielen verbringst, kann dies zu Isolation, Depressionen und Konzentrationsproblemen führen. Es ist wichtig, dass du darauf achtest, auch viel Zeit im real life mit deinen Freunden und deiner Familie zu verbringen.
Essstörungen:
- Essstörungen wie Anorexie, Bulimie und Binge-Eating sind häufig bei Mädchen und jungen Frauen anzutreffen, doch die Zahl männlicher bzw. diverser Betroffener steigt rapide. Diese Störungen können zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen, einschließlich Gewichtsverlust, Nährstoffmangel und Schäden an inneren Organen. Wenn du dich viel in Gedanken mit dem Essen beschäftigst, solltest du aufmerksam werden!
Glücksspielsucht:
- Glücksspielsucht ist eine weitere Form der Sucht, die bei Kindern und Jugendlichen vorkommen kann. Die Verfügbarkeit von Online-Glücksspielen hat dazu geführt, dass immer mehr Jugendliche anfällig für diese Sucht werden. Es ist sehr leicht, über Handy oder PC Seiten oder Apps aufzurufen, bei denen du um echtes Geld spielen kannst. Und es ist sehr, sehr verführerisch, zu glauben, dass man nur noch ein einziges Mal weiterspielen muss, um endlich den großen Jackpot zu knacken.
Checkliste: Bin ich schon süchtig?
Es ist nicht einfach, den Übergang zu erkennen. Schließlich stehst du nicht eines Morgens auf und denkst dir: „Ab heute bin ich süchtig nach XY!“ Umso wichtiger ist es, sich regelmäßig selbst zu überprüfen, um herauszufinden, ob sich da ein Problem entwickelt hat. Wir haben dir deshalb hier eine Checkliste zusammengestellt, die dir dabei helfen soll:
- Beobachte dein Verhalten: Hast du den regelmäßigen Konsum eines Suchtmittels oder ein Suchtverhalten in deinen Alltag fest integriert?
- Betrachte deinen langfristigen Konsum: Hat früher weniger Alkohol oder Drogen gereicht, um bei dir für den Kick zu sorgen?
- Wurdest du schon einmal von Freunden oder Familie besorgt auf deinen Konsum angesprochen?
- Hast du das Gefühl, die Kontrolle über deinen Konsum zu verlieren?
- Hast du schon einmal Schuldgefühle, weil du deinen Konsum verstecken musst?
- Trinkst du nicht nur in Gesellschaft, sondern auch alleine zu Hause oder sogar im Büro?
- Hast du körperliche Beschwerden, wenn du längere Zeit ohne Alkohol, Drogen oder Glücksspiel auskommen musst?
- Vernachlässigst du Verpflichtungen in Beruf, Schule oder Freizeit, um schneller an dein "Glücksgefühl" zu kommen?
- Fühlst du dich langsamer im Denken, traut deiner Wahrnehmung nicht mehr oder verhältst dich in manchen Situationen nicht mehr angemessen?
- Ignorierst du deine eigenen Zweifel, wenn du einen Selbsttest machst und er bedenklich ausfällt?
Wenn du mehrere dieser Fragen mit "Ja" beantwortet hast, solltest du aufmerksam werden und möglicherweise professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Eine frühzeitige Erkennung und Intervention kann dazu beitragen, dass du Deine Suchtprobleme überwinden und ein gesundes und produktives Leben führen kannst. Bist du einmal in eine Abhängigkeit hineingeraten, ist es unglaublich schwierig, dort allein wieder herauszufinden. Aber das musst du auch nicht: Es gibt viele Hilfsangebote – online wie offline – wo du Menschen findest, mit denen du offen über dein Suchtproblem reden kannst. Und die dir helfen können, deinen Weg aus der Sucht zu finden.